Schmutzige Weihnachtsschokolade?!

Weihnachtszeit ist Schokoladenzeit! Doch während wir uns den Bauch mit Schokolade vollhauen und die Großkonzerne Milliarden damit verdienen, kommt in den Ländern der Kakaoplantagen nicht viel davon an. Und vor allem ein Problem wird gerne verschwiegen: Kinderarbeit in der Kakaoernte, oftmals sogar in Form von Sklaverei...


Viele Konzerne halten mit Hilfsprojekten wie dem Bau von Schulen dagegen. Doch diese vermeintlichen Engagements sind oft nicht mehr als "Fair"-Washing und nützen den Betroffenen kaum, wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace bereits 2009 in ihrer Reportage "Kinderschokolade" festgestellt hat.

 

Vom Journalisten Miki Mistrati stammt eine viel beachtete Dokumentation über die Zustände auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste, dem größten Kakaolieferanten der Welt. Von Kinder- oder gar Sklavenarbeit wollten die großen Hersteller und auch die Regierungsvertreter vor Ort nichts wissen. Im Film sieht das Ganze aber etwas anders aus:

 


Das war anno 2009. Um zu sehen, ob sich die Zustände geändert hatten, reiste Mistrati mit seinem Filmteam drei Jahre später wieder dort hin.


Faire Schokolade erkennen

Informationen darüber, welche Firmen sich tatsächlich engagieren, und welche in Verdacht stehen, Kakaobohnen von Kinderarbeits-Plantagen zu beziehen, findet ihr auf der Seite "Aktiv gegen Kinderarbeit". Im Übrigen auch für andere Branchen wie Textilien.


Es sind vor allem viele kleine Firmen, die mit viel Engagement gegen das Problem vorgehen, indem sie beispielsweise sehr genau darauf achten, wo die von ihnen verwendeten Kakaobohnen angebaut werden.

Wem das Recherchieren zu umständlich ist der ist auch mit Fairtrade-Produkten auf der sicheren Seite.

 

Und wer verdient eigentlich an der Schokolade? Das Südwind-Institut ist dieser Frage in der Studie "Vom Kakaobaum zum Konsumenten" bis ins Detail nachgegangen, und hat die gesamte Wertschöpfungskette auseinander genommen - mit sehr interessanten Einsichten. So beträgt der Aufpreis für zertifizierte Schokolade gerade einmal 1% pro Tafel.

 

Also: immer schön fair bleiben und für den Luxus Schokolade auch ein bisschen tiefer in die Tasche greifen - am besten das ganze Jahr über.

 

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